Ein besonders tragisches Schicksal verbindet 
Johann August Sutter
mit dem Revolutionsjahr 1848, unserer badischen Heimat und dem 
kalifornischen Goldrausch. Am 23. Februar 1803 in Kandern im
Landkreis Lörrach (Südschwarzwald) geboren, musste der spätere 
Schweizer Verlegerwegen eines Konkursverfahrens aus Aarau in 
die Neue Welt flüchten. 
Sutter wird Santa-Fe-Händler und beteiligte sich am „Grossen Treck“ 
nach Westen. 1839 erreichte  er Kalifornien, das zu diesem Zeitpunkt 
noch zu Mexiko gehört.
 
 
Dort baute er sich zwischen 1835 und 1845 ein Imperium auf,
wurde Gouverneur und General der kalifornischen Miliz. Auf 
seinem Grund und Boden wird beim Bau einer Sägemühle im
Januar 1848 im Wasserzulauf jenes Gold-Nugget von James 
W. Marshall gefunden, das den legendären Goldrush  und bei 
über 100.000 Menschen das Goldfieber auslöst. 
Sutters Ländereien werden von den Goldsuchern verwüstet, die
Gebäude zerstört, seine Herden abgeschlachtet - J. A. Sutter, 
Milliardär, verliert alles und stirbt am 18. Juni 1880 in Washington.
 
 
Sein bewegtes, abenteuerliches und tragische Leben hat 
Journalisten, Schriftsteller und Regisseure immer wieder zu
neuen Werken angeregt. Während Luis Trenker seinen 
Kaiser von Kalifornien“ zum absoluten Helden hochstilisiert, 
versucht Blaise Cendrars dem umstrittenen Leben und der
schillernden Person Sutters mehr Raum zu geben. 
 
BIRMANN, MARTIN (1868): General Joh. Aug. Suter, Gute Schriften, 
GS, Basel, Heft Nr. 73, 32 Seiten, Nachdruck 1989, 
General Joh. Sutter Gesellschaft, Liestal, 
Verlag des kantons Basel-Landschaft,
Liestal, GS-Verlag Basel.
 
Das Lebens der deutschen Auswanderer und Goldsucher 
zeichnet Friedrich Gerstäcker in seinem Reiseberichten auf. 
Gerstäcker ist im Jahr 1848 Zugführer der Leipziger 
Scharfschützenkompanie, einer revolutionären Bürgergarde.
Friedrich Hecker (Bild), eine eine wichtigsten Leitfiguren der
Badischen Revolution von 1848, flieht über die Schweiz nach 
Amerika und soll auch am Goldrush in Kalifornien teilgenommen
haben. 
 
 
Wie Gustav Struve,  der in Lörrach am 21. September 1848 
die Republik ausrief, nimmt auch er am amerikanischen 
Bürgerkrieg teil.
Die Auswanderungswelle, die nach der gescheiterten Badischen 
Revolution unser Land erfasst, bannt sich ihren Weg vor allem 
nach Amerika, „dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. 
Jedoch nicht nur die gesellschaftspolitischen Verhältnisse sind 
Ursachen für die Hoffnung vieler, die sich an der Revolution 
beteiligten, in Amerika neu zu beginnen, sondern auch wirtschaftliche
Notzeiten. Bereits 1846 gab es Missernten. Die Versorgungslage 
der Bevölkerung in Deutschland, vor allem aber in Baden, 
verschlechterte zusehends. 
Schon während, vor allem aber nach der Revolution war Hunger 
keine unbekannte Erfahrung in vielen badischen Haushalten. 
Persönlich schwierige  Situationen, Arbeitslosigkeit und auch 
der zunehmende politische Druck einer restaurativen Politik 
verstärkten die Entscheidung für eine von den Behörden amtlich
zu genehmigende Auswanderung.
Jedoch nicht nur Amerika, auch Australien war das Ziel für 
Menschen aus Baden und der Pfalz mit dem Wunsch, eine
neue Heimat zu finden.
Die sensationellen Zeitungsberichte von den aufsehenerregenden 
Goldfunden in Kalifornien 1848 und die von Australien 1851 werden
für viele der entscheidende Auslöser.
Und viele Auswanderer nahmen ein Gewerbe mit in ihre neue Heimat, 
das ihnen - in ihren Augen - einen guten Start garantieren sollte: Ihre 
Erfahrungen mit dem Goldwaschen am Rhein.
Viele waren damals noch nebenberufliche Rheingoldwäscher oder
kannten diese Arbeit vom Sehen und Hören. Das Rheingoldwaschen 
hatte ja eine jahrhundertlange Tradition.
So lag es nahe, dass sich ein Teil dieser Auswanderer am kalifornischen
Goldrausch 1848 beteiligten, aber auch an den weiteren Entdeckungen 
von den grossen Goldvorkommen in den Staaten - bis hin zum 
Alaska-Goldrush am Klondike 1896/98.
Der Traum von Gold gefüllten Waschpfannen und prallen Nuggetbeuteln
erfüllte sich jedoch nur für ganz wenige.
 
Der Goldrausch nahm ihm sein Lebenswerk
Quelle, Dr. Erhard Richter, Grenzach-Whylen in: Badische Zeitung vom 10.01.1996, S. 07/R 1001
"Als Johann August Sutter, der "halbe Grenzacher" 1834 in der Neuen 
Welt ankam, war er 34 Jahre alt. Nach zahlreichen Gelegenheitsarbeiten
gelangte er schließlich nach Santa Fe,  er im Handel viel Geld verdiente. 
Doch es zog ihn nach dem fernab aller Zivilisation gelegenen Kalifornien,
das er schließlich fünf Jahre m nach seiner Ankunft in New York erreichte.
Als Sutter 1839 mit einem gecharterten Schiff von Honolulu und Alaska 
kommend in die Bucht von San Francisco einfuhr, gehörte Kalifornien 
noch zu Mexiko.  Die Weißen bewohnten damals nur einen schmalen 
Küstenstreifen, während das dahintergelegene Land von Indianerstämmen
besiedelt war. 
Der texanische Gouverneur Alvarado erlaubte Sutter, sich im dortigen 
Sacramento-Tal ein großes Stück Land auszusuchen, und so gründete er 
einige Meilen oberhalb der Mündung des American Rivers 
"Nueva Helvetia" (Neu Helvetien).
 
 
WILLIAM C. DILLINGER (1990):  The Gold Discovery - James Marshall
and the California Gold Rush, California Department of Parks and 
Recreation, 47 Seiten, viele farbige Illustrationen 
  Hongkong, ISBN 0-941925-06-4
- sehr empfehlenswert -
 
Als Johann August Sutter 1841 von Mexiko die Schenkungsurkunde über 
197 Quadratkilometer Land erhielt, begann er auch mit der Anlegung eines 
Forts, um sich gegen die teilweise feindlichen Indianer zu verteidigen. 1845
folgte noch ein Ergänzungsbrief zu dieser Schenkung, wodurch Sutter nun 
593 Quadratkilometer Land besaß. 
In seinen 1876 diktierten Lebenserinnerungen beziffert er seinen damaligen 
Viehbestand auf zirka 12 000 Stück Hornvieh, 2000 Pferde und 10 000 bis 
12 000 Schafe.  Zu seinem Besitz gehörten auch drei Pferdemühlen, zwei 
Wassermühlen, eine Sägemühle und eine Gerberei sowie 60 Häuser, die
beim Fort standen.
1847 errichtete einer seiner Bediensteten, James Wilson Marshall, eine 
Sägemühle am American River. Als dieser am 24.  Januar 1848 im 
Abzugskanal der Mühle Gold fand und dieser Fund ungenügend 
geheimgehalten wurde, begann ein gewaltiger Goldrausch. 
 
James Marshall
Quelle: WILLIAM C. DILLINGER (1990):  The Gold Discovery - James Marshall
and the California Gold Rush, California Department of Parks and 
Recreation, 47 Seiten, viele farbige Illustrationen 
Hongkong, ISBN 0-941925-06-4
 
Schon im Juni desselben Jahres waren etwa 2000 Goldwäscher am Werk, 
und in wenigen Monaten wuchs der unbedeutende Ort San Francisco von 
250 auf über 20 000 Einwohner an. Um die Mitte des Jahres 1849 lagen 
rund 600 verlassene Schiffe in seinem Hafen, weil die Mannschaften
desertiert waren.
Auch Sutter verlor die meisten seiner Leute, weil sie auf den Goldfeldern
schnell reich werden wollten.  Banden plünderten außerdem seinen
Viehbestand so sehr, daß Sutter in seinen Lebenserinnerungen feststellt:
"Mein Besitz schwand in den nächsten Jahren dahin wie Schnee in der 
Sonne."
1848 ließ Sutter seinen ältesten Sohn aus der Schweiz nachkommen, 
und 1850 folgen dann seine Frau sowie seine zwei weiteren Söhne und 
eine Tochter.
 
Repro-Foto & Sammlung
AG Minifossi 2002
Sutters Gold- eine sehenswerte Sonderausstellung
im Jahre 1998 im Schlossmuseum Burgdorf - das 
heute auch das Schweizerische Goldmuseum
beherbergt und dessen Besuch wir 
sehr empfehlen.
Nachdem Kalifornien 1850 als 51.  Staat an die Vereinigten Staaten 
gekommen war, beanspruchte Sutter eine Entschädigung von 350 Millionen
Dollar, denn den größten Teil seiner 593 Quadratkilometer Land hatte er ja 
durch die Entdeckung des Goldes verloren.  Sutter wurde aber trotz dieses 
Verlustes eine legendäre Figur, und 1855 ernannte man ihn sogar zum 
"General der kalifornischen Miliz", was allerdings nur ein dekorativer 
Ehrentitel war.
1858 erkannte das Bundesgericht nur die erste mexikanische Schenkung 
von 197 Quadratkilometern als sein rechtmäßiges Eigentum an.  Nun folgte
Sutters jahrzehntelanger Prozeß gegen die Union, der ihn 320000 Dollar
kostete.
Im Jahre 1865 verließ Sutter verbittert Kalifornien und ging nach 
Washington, um seine Forderungen gegen die Vereinigten Staaten besser
vertreten zu können. 
1876 bewilligte ihm das Repräsentantenhaus zwar eine Summe von 
50 000 Dollar, doch seine Anträge auf eine 100prozentige Entschädigung 
wurden vom Kongreß 16mal abgewiesen.
Als 1880 die erwartete Entscheidung wegen der anstehenden Wahlen 
vertagt wurde, traf dies Sutter so sehr, daß er zwei Tage später in seinem 
Washingtoner Hotel verstarb.  Begraben wurde er in Lititz (Pennsylvanien), 
wo er sich 1871 mit seiner Frau niedergelassen hatte.
 
Originalausgabe von Friedrich Gerstäckers "Gold"
Fotos© & Sammlung
AG Minifossi 2002 
 
Mit Johann August Sutter verschied der letzte große Kolonisten-Pionier 
Amerikas, dessen Schicksal nach Ansicht eines seiner Biographen einer 
antiken Tragödie gleicht.  Sein unglaubliches Leben ist in Romanen, 
Dramen und Filmen dargestellt worden, wobei man aber zumeist
wenig Rücksicht auf historische Richtigkeit genommen hat."
Quelle, Dr. Erhard Richter, Grenzach-Whylen in: Badische Zeitung vom 10.01.1996, S. 07/R 1001
 
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