Slowakische 
Republik
Gediegen Silber und Silberlocken
Schemnitz (ehem. Ungarn)
(Blick in die Geschichte: siehe unten)
Slowakei, Slowakische Republik, 
Osteuropa
Old labels
Matrixstufe Originalgröße 55 x 40 x 30 mm
Archiv-Nr. M-135-2003-6-1-9
Fotos & Sammlung
©ws-minifossi-2003
Blick in die Geschichte: 
Sachsen gründeten ungarische Bergstädte
"Für die Ansiedlung sächsischer Bergarbeiter setzte sich vor allem 
der ungarische König Béla IV. (1235-1270) ein. 1271 wurden den
Zipser Sachsen durch einen königlichen Freibrief ("Zipser Wilkür") 
unanfechtbare Rechte zugesagt. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts 
wehrten sich die deutschstämmigen Bergstädte gegen eine ethni-
sche Verschmelzung mit ihrer Umgebung und hielten Ordnung nach
eigenem Recht. So lange es sich nur um Bergbaufragen handelte, 
waren alle Bürger gleichgestellt, doch die Verhüttung des Erzes und
die Verwertung des dazu nötigen Holzes war Vorrecht der soge-
nannten "Waldbürger", die sich um den Marktplatz (Ring) ansiedelten.
Sie bildeten die Gemeindeelite, stellten den Bürgermeister, Richter, 
die Geschworenen, alle wichtigen Amtspersonen. Einige Städte, so 
z. B. Neusohl, untersagten die Niederlassung von Bürgern nicht-deut-
scher Abstammung. Diese Privilegien wurden erst nach der türkischen
Besatzungszeit gelockert und damit eine Vermischung der Bevölkerung
ermöglicht. In den Bergbaustädten arbeiteten dann Ungarn, Deutsche,
Slawen, Wenden, Rumänen, Polen, Ukrainer, Italiener und Österreicher
nebeneinander. Das Grubenrecht allerdings war bis zur Einführung des
österreichischen Rechts im Jahre 1573 vom Freiberger Vorbild geprägt. 
Interessant ist die bis heute andauernde Diskussion um den Ursprung
des deutschen Namens der Stadt, in der im Jahre 1735 die erste unga-
rische Bergakademie (und nach Freiberg die zweite in Europa) gegrün-
det wurde: nämlich um Schemnitz.
Noch in der 1997 herausgegebenen dreibändigen "Tausendjährigen 
Geschichte des ungarischen Bergbaus" ("A magyar bányászat évez-
redes története") erscheint die Kachelmann'sche Hypothese , dass die
Siedler aus der Lausitzer Blumenstadt Sebnitz stammten (Sebnitz-Sche-
bnitz-Schemnitz), dabei hatte sich doch der ungarische Bergingenieur 
Faller schon 1940 die Mühe gemacht, der Sache auf den Grund zu gehen. 
Vom Leiter des Stadtarchivs Sebnitz, Dr. Alfred Meiche, erhielt er folg-
ende Antwort: ...unser Sebnitz, ursprünglich ein kleiner Wendenweiler, 
dessen slawischer Name zu deutsch "Finkenwaldbach" bedeutet, ist be-
kanntlich erst um 1240 von deutschen Bauern aus dem Maingau (Würz-
burg) als Stadt gegründet worden. Es ist ausgeschlossen, dass diese 
Kolonisten zu derselben Zeit, wo sie zu uns kamen, schon wieder weiter
bis nach Ungarn zogen und den Namen der jungen Siedlung Sebnitz 
dorthin übertrugen. Um das zu tun, hätten sie gewiss schon längere Zeit
mit unserer Heimat verwachsen sein müssen. Zudem aber wären sie als 
Bauern wohl kaum berufen gewesen, eine Bergstadt zu gründen. Nach 
anderen mir zugänglichen Quellen ist Schemnitz bereits im 11. Jahrhun-
dert von niedersächsischen Bergleuten kolonisiert worden...
Die Besiedlung durch Sebnitzer Bürger ist sicher auszuschließen (dazu 
hätte auch ein Blick auf die geologische Karte Sachsens genügt), aber 
es kann durchaus sein, dass die Anwesenheit einer großen Zahl wen-
discher Bauern in der Umgebung von Schemnitz bei sächsischen Neu-
siedlern Erinnerungen an ein ähnlich gelegenes Wendenstädtchen her-
vorrief…Wir werden es wohl nie erfahren…

Die wenigen Dokumente und Sachzeugen aus dieser Zeit sind in den 
Archiven der Bergakademien Selmecbánya, Sopron-Brennbergbánya, 
Miskolc und Freiberg, im Ungarischen Staatsarchiv in Budapest und in 
Kirchenarchiven begraben. Uns – den neugierigen Laien – verbleiben 
ein paar alte Kirchen, Wappen, Siegel, Stollenmundlöcher. Es ist schon
schwer genug, auf heutigen Karten die alten deutschen Orts- und Flur-
namen "auf die Reihe" zu kriegen, die letzte Generation, die die Namen 
noch im Kopf hatte, ist vor 20-30 Jahren ausgestorben. In einigen Märchen
und Sagen, die sich die Bergleute erzählten, ist der gemeinsame Ursprung
unübersehbar, das alte Wort für Grubenleuchte lautete im Ungarischen 
"fonca" (Funzel, Funze), die Uniformen der Bergleute waren nach Freiberger
Vorbild geschneidert. 
Glück auf - Jó szerencsét
Der Bericht über das große Grubenunglück in Telken findet sich nahezu 
wortgetreu und zeitgleich datiert bei Elcker (1376) über eine Grube in 
Goslar, bei Agricola (1554) über eine Grube in Rammelsberg, aber auch
in Sagen aus Transsylvanien. Ein Blick auf die im ungarischen Bergbau
üblichen Namen der Erze (Mineralien) verrät uns, dass es sich um 
Spiegelübersetzungen aus dem Deutschen (Erzgebirgischen) handelt: 
-glanz (fényle), -kies (kovand),-spat (pát). In Georgius Agricolas größtem
Werk, dem "De re metallica" aus dem Jahre 1556 finden wir eine Reihe
von Abbildungen ungarischer Bergkunst, Belüftungs-, Entwässerungs- 
und Förderanlagen. Auch die soziale Versorgung der Bergleute richtete 
sich nach sächsischem Vorbild, in die Bundeslade wurden ebenso wie
in Sachsen 2% der Kux (Konzessionssumme) für Krankheits- und Sozial-
versicherung eingezahlt. Vervollkommnet wurde das System von dem 
ungarischen Unternehmer János Thurzó, der sich durch Einheirat in die
Augsburger Bankiersfamilie Fugger zum größten Bergwerks- und Hütten-
besitzer Ungarns entwickelte, seine 1496 gegründete Bundeslade war 
beispielhaft für Europa.
Wie lange Traditionen sich durchsetzen können, zeigt, dass erst am 
7. April 1894 – also 650 Jahre nach dem Einzug der sächsischen Bergleute
ins spätere Schemnitz und über 150 Jahre nach der Gründung der 
Schemnitzer Bergakademie der deutsche Bergmannsgruß "Glück auf" 
durch das ungarische "Jó szerencsét" abgelöst wurde.
"Alles kommt vom Bergwerk her" sagten unsere erzgebirgischen Vorfahren, 
so wurde die ungarische Schatzkammer auch durch die fleißigen Hände 
sächsischer Bergarbeiter gefüllt. In tausend Jahren ungarischer sind 400-
500 Jahre sächsischer Bergbaugeschichte verborgen, die es wahrlich 
verdient hätten, ans Licht gefördert zu werden.

Regina Körmenty"

Quelle: http://www.ungarndeutsche.de/sachsen_bergleute.html
1627 Erstmaliger Einsatz von Schießpulver im Bergbau in Banská 
Štiavnica (Schemnitz).
1992 - im Juli Deklaration des Slowakischen Nationalrates 
der Souverenität der Slowakischen Republik 
1992 - im September Verfassung der Slowakischen Republik 
1992 - im November Gesetz der Föderalversammlung über 
die Auflösung der Tschecho-Slowakei 
1993 - 1. Januar Geburtsstunde der Slowakischen Republik 
Zurück nach Ost-Europa
©ws-minifossi-2003