| Sylvanit,
11/D.16-2.
(Au,Ag)2Te4 monoklin,
stahlgrau bis gelblich silberweiß, hoher Metallglanz,
H = 1 1/2 - 2, Strich stahl-grau bis silberweiß,
spröde, Spaltbarkeit nach 010
vollkommen, Bruch uneben, die 3 stärksten
d-Werte 3.05 (100), 2.25 (30),
2.15 (50).
Das silberhaltige Goldtellurid erscheint
meist in niedrig bis mäßig temperierten,
hydrothermalen Gängen und Klüften
porphyrischer Gesteine, normalerweise
als späte Mineralisation zusammen
mit ged. Gold, Pyrit, Akanthit, Bleiglanz,
Kupferkies, Fluo-rit, Karbonaten und Chalcedon.
Weitere typische Begleiter
sind die Telluride Calaverit und Krennerit,
sowie Altait, Hessit und Petzit, selten
auch Nagyagit. Sylvanit kann in Quarzdrusen
ausgezeichnete zentimetergroße,
nach 001 oder 010 gestreckte kurzprismatische
Kristalle bilden, die meist nach
100 oder 010 dicktafelig bis leistenförmig
entwickelt sind, manchmal auch
dünnstengelig bis nadelig (1 - 1,5
cm lang) - bekannt sind über 70 verschiedene
Kristallformen!
Skelettkristalle mit hohlen Flächenformen
finden sich ebenso wie
Durchdringungszwillinge nach 100.
Hierbei entstehen typisch gestreckte bis
fiederförmige, schriftzeichenähnliche
Formen, die früher als "Schrifterz " bezeichnet
wurden. Sylvanit-Prismen, die sich
durch ihre gute 010-Spaltbarkeit leicht vom
ähnlichen Calaverit unterscheiden
lassen, sind manchmal pseudomorph in
ged. Gold umgewandelt.
Benannt hat der Mineraloge Necker (1835)
das Gold-tellurid nach dem alten
Namen "sylvanium" für das Element
Tellur und nach der rumänischen Landschaft
Transylvanien.
Hier war es aus der Grube Franciscus bei
Baia-de-Aries (Offenbanya) und aus
Sacaramb (Nagyag) erstmals als 'Weissgolderz'
(Müller v. Reichenstein, 1785)
und als "Schrifterz“ (M.H. Klaproth, 1798)
beschrieben worden.
Sylvanit findet sich in kleinen, meist
nicht bauwürdigen Mengen auf vielen
Goldlagerstätten. Von verschiedenen
Fundorten stammen prächtige Schaustufen,
die den Sylvanit schon im vergangenen
Jahrhundert zu einem begehrten, klassischen
Sammlermineral machten.
Rumänien: Fata Baii (Fazebanja, Sacaramb
und Baia-de-Aries in Siebenbürgen
(ausgezeichnete Stufen!). Schweden:
Glava, Värmland. Kanada: Dome Mine, Porcupine,
Ontario. USA: Cripple Creek, Boulder/Colorado
(Reicherz, auch hübsche
Micromount-Kristalle mit blaßviolettem
Fluorit); Melones & Stanislaus Mines, Calaveras Co.,
Kalifornien (gute Stufen, auch aus den
Trinity und Tuolumne Counties); bekannte Fundorte
liegenauch in Oregon, Idaho, Montana und
South Dakota. West-Australien: Kalgoorlie &
Mulgabbie. Fidschi-Inseln: Emperor Mine,
Viti Levu (Micromounts).
Literatur: Anthony et al. (1990), 509.
Quelle und sehr
empfehlenswerte Literatur:
"Goldmineralien und ihre Varietäten"
in: "Gold - Mineral, Macht und Illusion:
500 Jahre Goldrausch"
extra Lapis Nr. 2, 1992, Seite 42 ff
Christian Weise Verlag München
ISBN 3-921656-23-0
Hotline: http://www.lapis.de
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