| Petzit,
II/B.7-6.
Ag3AuTe2 kubisch,
licht stahlgrau bis eisenschwarz, Metallglanz,
H = 2 1/2 - 3, Strich grau, wenig schneidbar
bis spröde, Spaltbarkeit
nach 001 undeutlich, flachmuscheliger
Bruch, die 3 stärksten d-Werte
2.77 (100), 2.12 (80), 2.03 (70).
Petzit, das die gleiche Struktur wie das
Selenid Fischesserit besitzt,
stammt aus gangförmigen Goldtellurid-Lagerstätten. In der artenreichen
Paragenese vertreten sind ged. Gold,
Pyrit, Hessit, Sylvanit, Calaverit,
Altait, Montbrayit, Melonit, Frohbergit,
Tetradymit, Rickardit und Vulcanit.
Petzit findet sich normalerweise derb
in bis zu 2 mm großen Körnern, die oft
bronzegelb bis samtschwarz angelaufen
sind. Nur selten erscheinen kleine, mit
Hessit und ged. Gold verwachsene Einzelkristalle.
'Kalgoorlit " bezeichnet ein Gemenge des
Quecksilbertellurides Coloradoit
mit Petzit.
Bereits 1845 wurde Petzit vom österreichischen
Mineralogen W. Ritter v.
Haidinger aus Sacaramb (Nagyäg) in
Rumänien beschrieben und nach W. Petz
benannt, der das Tellurid bereits 1842
zum ersten Mal analysiert hatte.
In geringer Menge ist Petzit aus zahlreichen
Goldlagerstätten bekannt, so daß
hier nur einige der reicheren Vorkommen
erwähnt werden können. Rumänien:
neben Sacaramb (Typlokalität) auch
Botes und Baia Sprie (Felsöbanya).
Rußland: Byn'govsk, Zentralural.
Kasachstan:Zhana-Tyube, Nord-K.
Usbekistan: Kuramin Berge, Ost-U.
Kanada: Timmins und Kirkland Lake,
Ontario; Robb-Montbray Mine u.v.a. in
Quebec. USA: zahlreiche Gruben in
Colorado (Gold Hill/Boulder Co. u.a.)
und im kalifornischen Mother Lode
District (Calaveras und Tuolumne Counties);
Last Chance Mine,
Cornucopia/Oregon (Reicherze mit Hessit,
Calaverit und ged. Gold);
Mayflower Mine, Madison Co., Montana.
Philippinen: Antamok
("Antamokit", wohl identisch mit Petzit).
West-Australien: Kalgoorlie.
Literatur: Min. Abs. 30, 353, 1979;
Anthony et al. (1990), 402.
Quelle und sehr
empfehlenswerte Literatur:
"Goldmineralien und ihre Varietäten"
in: "Gold - Mineral, Macht und Illusion:
500 Jahre Goldrausch"
extra Lapis Nr. 2, 1992, Seite 42 ff
Christian Weise Verlag München
ISBN 3-921656-23-0
Hotline: http://www.lapis.de
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