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| Ein besonders tragisches Schicksal verbindet |
| Johann August Sutter |
| mit
dem Revolutionsjahr 1848, unserer badischen Heimat und dem
kalifornischen Goldrausch. Am 28. Februar 1803 in Kandern im Landkreis Lörrach (Südschwarzwald) geboren, musste der spätere Schweizer Verlegerwegen eines Konkursverfahrens aus Aarau in die Neue Welt flüchten. |
| Sutter wird Santa-Fe-Händler
und beteiligte sich am „Grossen Treck“
nach Westen. 1839 erreichte er Kalifornien, das zu diesem Zeitpunkt noch zu Mexiko gehört. |
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| Dort
baute er sich zwischen 1835 und 1845 ein Imperium auf,
wurde Gouverneur und General der kalifornischen Miliz. Auf seinem Grund und Boden wird beim Bau einer Sägemühle im Januar 1848 im Wasserzulauf jenes Gold-Nugget von James W. Marshall gefunden, das den legendären Goldrush und bei über 100.000 Menschen das Goldfieber auslöst. |
| Sutters Ländereien
werden von den Goldsuchern verwüstet, die
Gebäude zerstört, seine Herden abgeschlachtet - J. A. Sutter, Milliardär, verliert alles und stirbt am 18. Juni 1880 in Washington. |
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| Sein
bewegtes, abenteuerliches und tragische Leben hat
Journalisten, Schriftsteller und Regisseure immer wieder zu neuen Werken angeregt. Während Luis Trenker seinen „Kaiser von Kalifornien“ zum absoluten Helden hochstilisiert, versucht Blaise Cendrars dem umstrittenen Leben und der schillernden Person Sutters mehr Raum zu geben. |
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| BIRMANN, MARTIN
(1868): General Joh. Aug. Suter, Gute Schriften,
GS, Basel, Heft Nr. 73, 32 Seiten, Nachdruck 1989, General Joh. Sutter Gesellschaft, Liestal, Verlag des kantons Basel-Landschaft, Liestal, GS-Verlag Basel. |
| Das
Lebens der deutschen Auswanderer und Goldsucher
zeichnet Friedrich Gerstäcker in seinem Reiseberichten auf. Gerstäcker ist im Jahr 1848 Zugführer der Leipziger Scharfschützenkompanie, einer revolutionären Bürgergarde. |
| Friedrich
Hecker (Bild), eine eine wichtigsten Leitfiguren
der
Badischen Revolution von 1848, flieht über die Schweiz nach Amerika und soll auch am Goldrush in Kalifornien teilgenommen haben. |
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| Wie
Gustav
Struve, der in Lörrach am 21.
September 1848
die Republik ausrief, nimmt auch er am amerikanischen Bürgerkrieg teil. |
| Die Auswanderungswelle,
die nach der gescheiterten Badischen
Revolution unser Land erfasst, bannt sich ihren Weg vor allem nach Amerika, „dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. |
| Jedoch nicht nur
die gesellschaftspolitischen Verhältnisse sind
Ursachen für die Hoffnung vieler, die sich an der Revolution beteiligten, in Amerika neu zu beginnen, sondern auch wirtschaftliche Notzeiten. Bereits 1846 gab es Missernten. Die Versorgungslage der Bevölkerung in Deutschland, vor allem aber in Baden, verschlechterte zusehends. |
| Schon während,
vor allem aber nach der Revolution war Hunger
keine unbekannte Erfahrung in vielen badischen Haushalten. |
| Persönlich
schwierige Situationen, Arbeitslosigkeit und auch
der zunehmende politische Druck einer restaurativen Politik verstärkten die Entscheidung für eine von den Behörden amtlich zu genehmigende Auswanderung. |
| Jedoch nicht nur
Amerika, auch Australien war das Ziel für
Menschen aus Baden und der Pfalz mit dem Wunsch, eine neue Heimat zu finden. |
| Die sensationellen
Zeitungsberichte von den aufsehenerregenden
Goldfunden in Kalifornien 1848 und die von Australien 1851 werden für viele der entscheidende Auslöser. |
| Und viele Auswanderer
nahmen ein Gewerbe mit in ihre neue Heimat,
das ihnen - in ihren Augen - einen guten Start garantieren sollte: Ihre Erfahrungen mit dem Goldwaschen am Rhein. |
| Viele waren damals
noch nebenberufliche Rheingoldwäscher oder
kannten diese Arbeit vom Sehen und Hören. Das Rheingoldwaschen hatte ja eine jahrhundertlange Tradition. |
| So lag es nahe,
dass sich ein Teil dieser Auswanderer am kalifornischen
Goldrausch 1848 beteiligten, aber auch an den weiteren Entdeckungen von den grossen Goldvorkommen in den Staaten - bis hin zum Alaska-Goldrush am Klondike 1896/98. |
| Der Traum von Gold
gefüllten Waschpfannen und prallen Nuggetbeuteln
erfüllte sich jedoch nur für ganz wenige. |
| Der Goldrausch nahm ihm sein Lebenswerk |
| Quelle, Dr. Erhard Richter, Grenzach-Whylen in: Badische Zeitung vom 10.01.1996, S. 07/R 1001 |
| "Als Johann August
Sutter, der "halbe Grenzacher" 1834 in der Neuen
Welt ankam, war er 34 Jahre alt. Nach zahlreichen Gelegenheitsarbeiten gelangte er schließlich nach Santa Fe, er im Handel viel Geld verdiente. Doch es zog ihn nach dem fernab aller Zivilisation gelegenen Kalifornien, das er schließlich fünf Jahre m nach seiner Ankunft in New York erreichte. |
| Als Sutter 1839
mit einem gecharterten Schiff von Honolulu und Alaska
kommend in die Bucht von San Francisco einfuhr, gehörte Kalifornien noch zu Mexiko. Die Weißen bewohnten damals nur einen schmalen Küstenstreifen, während das dahintergelegene Land von Indianerstämmen besiedelt war. |
| Der texanische
Gouverneur Alvarado erlaubte Sutter, sich im dortigen
Sacramento-Tal ein großes Stück Land auszusuchen, und so gründete er einige Meilen oberhalb der Mündung des American Rivers "Nueva Helvetia" (Neu Helvetien). |
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| WILLIAM
C. DILLINGER (1990): The Gold Discovery - James Marshall
and the California Gold Rush, California Department of Parks and Recreation, 47 Seiten, viele farbige Illustrationen Hongkong, ISBN 0-941925-06-4 - sehr empfehlenswert - |
| Als Johann August
Sutter 1841 von Mexiko die Schenkungsurkunde über
197 Quadratkilometer Land erhielt, begann er auch mit der Anlegung eines Forts, um sich gegen die teilweise feindlichen Indianer zu verteidigen. 1845 folgte noch ein Ergänzungsbrief zu dieser Schenkung, wodurch Sutter nun 593 Quadratkilometer Land besaß. |
| In seinen 1876
diktierten Lebenserinnerungen beziffert er seinen damaligen
Viehbestand auf zirka 12 000 Stück Hornvieh, 2000 Pferde und 10 000 bis 12 000 Schafe. Zu seinem Besitz gehörten auch drei Pferdemühlen, zwei Wassermühlen, eine Sägemühle und eine Gerberei sowie 60 Häuser, die beim Fort standen. |
| 1847 errichtete
einer seiner Bediensteten, James Wilson Marshall, eine
Sägemühle am American River. Als dieser am 24. Januar 1848 im Abzugskanal der Mühle Gold fand und dieser Fund ungenügend geheimgehalten wurde, begann ein gewaltiger Goldrausch. |
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| James Marshall |
| Quelle:
WILLIAM
C. DILLINGER (1990): The Gold Discovery - James Marshall
and the California Gold Rush, California Department of Parks and Recreation, 47 Seiten, viele farbige Illustrationen Hongkong, ISBN 0-941925-06-4 |
| Schon im Juni
desselben Jahres waren etwa 2000 Goldwäscher am Werk,
und in wenigen Monaten wuchs der unbedeutende Ort San Francisco von 250 auf über 20 000 Einwohner an. Um die Mitte des Jahres 1849 lagen rund 600 verlassene Schiffe in seinem Hafen, weil die Mannschaften desertiert waren. |
| Auch Sutter verlor
die meisten seiner Leute, weil sie auf den Goldfeldern
schnell reich werden wollten. Banden plünderten außerdem seinen Viehbestand so sehr, daß Sutter in seinen Lebenserinnerungen feststellt: "Mein Besitz schwand in den nächsten Jahren dahin wie Schnee in der Sonne." |
| 1848 ließ
Sutter seinen ältesten Sohn aus der Schweiz nachkommen,
und 1850 folgen dann seine Frau sowie seine zwei weiteren Söhne und eine Tochter. |
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| Repro-Foto
& Sammlung
AG Minifossi 2002 |
| Sutters
Gold- eine sehenswerte Sonderausstellung
im Jahre 1998 im Schlossmuseum Burgdorf - das heute auch das Schweizerische Goldmuseum beherbergt und dessen Besuch wir sehr empfehlen. |
| Nachdem Kalifornien
1850 als 51. Staat an die Vereinigten Staaten
gekommen war, beanspruchte Sutter eine Entschädigung von 350 Millionen Dollar, denn den größten Teil seiner 593 Quadratkilometer Land hatte er ja durch die Entdeckung des Goldes verloren. Sutter wurde aber trotz dieses Verlustes eine legendäre Figur, und 1855 ernannte man ihn sogar zum "General der kalifornischen Miliz", was allerdings nur ein dekorativer Ehrentitel war. |
| 1858 erkannte
das Bundesgericht nur die erste mexikanische Schenkung
von 197 Quadratkilometern als sein rechtmäßiges Eigentum an. Nun folgte Sutters jahrzehntelanger Prozeß gegen die Union, der ihn 320000 Dollar kostete. |
| Im Jahre 1865
verließ
Sutter verbittert Kalifornien und ging nach
Washington, um seine Forderungen gegen die Vereinigten Staaten besser vertreten zu können. |
| 1876 bewilligte
ihm das Repräsentantenhaus zwar eine Summe von
50 000 Dollar, doch seine Anträge auf eine 100prozentige Entschädigung wurden vom Kongreß 16mal abgewiesen. |
| Als 1880 die
erwartete Entscheidung wegen der anstehenden Wahlen
vertagt wurde, traf dies Sutter so sehr, daß er zwei Tage später in seinem Washingtoner Hotel verstarb. Begraben wurde er in Lititz (Pennsylvanien), wo er sich 1871 mit seiner Frau niedergelassen hatte. |
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| Originalausgabe von Friedrich Gerstäckers "Gold" |
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| Fotos©
& Sammlung
AG Minifossi 2002 |
| Mit Johann August
Sutter verschied der letzte große Kolonisten-Pionier
Amerikas, dessen Schicksal nach Ansicht eines seiner Biographen einer antiken Tragödie gleicht. Sein unglaubliches Leben ist in Romanen, Dramen und Filmen dargestellt worden, wobei man aber zumeist wenig Rücksicht auf historische Richtigkeit genommen hat." |
| Quelle, Dr. Erhard Richter, Grenzach-Whylen in: Badische Zeitung vom 10.01.1996, S. 07/R 1001 |
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